Am Freitag Mittag ging unser kleines Abenteuer los. Die Fahrt gestaltete sich bis zur tschechischen Grenze ziehmlich problemlos und ging zügig voran. Zwischendrin haben wir die Hunde gelüftet, da es für die beiden zusammen im Kofferraum anstrengend war. In Tschechien wurde die Straßen, aber immer schlimmer, sodass wir am Ende froh waren heil angekommen zu sein. Die Landschaft in Tschechien ist aber absolut toll, wo man nur hinsah waren Wald und Wiesen. Man kann dort wirklich überall mit den Hunden trainieren und vorallem bietet dortige Landschaft wirklich viel Abwechselung. Allerdings blieb uns nicht erspart eine Aspirin zu nehmen, da die Straßen einer Achterbahn ähnelten.
Abends angekommen, haben wir erstmal unsere Hunde gelüftet in dem gleich am Hotel gelegenen Park. Nachdem die Hunde erstmal das nötigste erledigt haben, haben wir uns entschlossen etwas essen zu gehen. Im Hotelrestaurant haben wir gleich mal unseren Richter Karel van Loo kennengelernt und einen langen und lustigen Abend mit ihm verbracht.
Am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder um 6:30 aus dem Bett, es war eine wirklich kurze
Nacht. Nachdem kleinen Frühstück haben sich alle WT-Teilnehmer am Hotelparkplatz versammelt und von da aus ging es dann auch gleich ins 10km entfernte Prüfungsgelände. Dort angekommen erwartete uns ein traumhaftes Gelände mit viel Abwechselung. Das dort vorhande Wild hat sich schnell aus dem Staub gemacht, nachdem dort die meisten ihre Hunde erstmal miteinander spielen ließen. Sowas sieht man wahrlich nur in Tschechien. Loki musste aber an der Leine bleiben. Nach einer kurzen Richtervorstellung in zwei Sprachen wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt und es ging zu den Aufgben.
Klasse E
Aufgabe 1: Einweisen in die Freiverlorensuche
Man steht ca. 20m vor dem Wald auf einer Wiese. Am Waldrand steht ein Helfer und schießt 1Mal in den Wald. Im Wald sind 3 Dummys ausgelegt in einem 20m*20m Gebiet. Der Hund soll 2 Dummys herausholen.
Ich habe Loki mit Voran in den Wald geschickt und dort ihn in eine Freiverlorensuche geschickt, da ich nicht wusste wo die Dummys liegen. Loki ging dabei ohne Probleme zwei Mal ins Suchengebiet und hat auch schnell die Dummys gefunden und wieder zurückgebracht. Leider ist er beim zweiten Mal vor dem Helfer mit dem Dummy vorgesessen. Aber ich war bei dieser Aufgabe sehr zufrieden mit ihm!
Aufgabe 2: Doppelmark im 90°Winkel
Man steht ca. 40m vom Werfer entfernt auf einer Wiese. Es fällt ein Schuss und ein Dummy wird nach rechts in dichtes Gebüsch im Wald geworfen. Gleich danach fällt ein zweiter Schuss und es fällt ein Dummy nach links an den Waldrand. Beide Dummys sollen geholt werden. Die Reihenfolge ist dabei egal.
Ich habe beschlossen Loki auf das zuletzt geworfene Mark zuerst zu schicken. Leider fiel das Mark 2-3m entfernt vom Suchengebiet der ersten Aufgabe, sodass er das Mark überlaufen hatte und erstmal ins alte Suchengebiet gerast ist. Ich hatte ihn dann dort rausgepfiffen und musste ihn dann anschließend auf das Mark einweisen. Es hat gut funktioniert und er kam auch schnell zum Erfolg. Das zweite Mark habe ich als Memory gearbeitet und ihn darauf mit Voran geschickt, er hielt die Linie sehr gut und kam punktgenau zum Dummy welches im dichten Gebüsch im Wald lag. Trotz eines kleinen Zweiges auf dem Kopf, ist er wieder schnell zu mir mit dem Dummy zurückgekommen. Der Kommentar vom Richter: „Wieso das erste Mark nicht genauso gut gearbeitet...“
Aufgabe 3: Mark + Halfblind
Man steht ca. 10m vor dem Wald. In den Wald geht eine Schneise hinein. Im Wald etwas abseits der Schneise steht ein Helfer in ca. 35m Entfernung vom Waldrand. Er schießt und wirft sofort ein Dummy. Die Flugbahn ist nur teilweise sichtig, da die Bäume stören. Nachdem der Hund die Markierung gearbeitet hat und auf dem Rückweg ist, wird ein Dummy nachgelegt,
welches anschließend geholt werden soll.
Bei dieser Aufgabe hat Loki nicht gesehen, dass ein Dummy geflogen ist und hat nur den Helfer angeschaut. Ich habe ihn trotzdem geschickt. Er hat sich am Helfer orientiert und kam so zum Erfolg. Beim Nachschicken auf das Halfblind wich er leider kurz vor der Ideallinie ab, fand das Dummy aber ziehmlich schnell.
Aufgabe 4: Walkup mit Markierung am Wasser
Man staret in ca. 35m vor der Wasserkante entfernt. Dann läuft man 10m, während man läuft fällt ein Schuss und ein Dummy fliegt ins Wasser. Man sieht nur einen Teil der Flugbahn, da am Ufer Schilf ist. Der Werfer ist nicht sichtbar. Dann soll das Dummy geholt werden. Der Wassereinstieg ist nicht leicht, da es sofort tief wird.
Bei dieser Aufgabe hat Loki schöne Fussarbeit gezeigt. Als das Dummy ins Wasser flog, war der Zwerg auf 100 und konnte es kaum erwarten, das Dummy holen zu müssen. Nach der Freigabe vom Richter habe ich ihn dann zum Apport geschickt. Er ist schnell raus, hat den für ihn schweren Wassereinstieg gut angenommen und kam mit dem Dummy zurück. Leider hat er das Dummy etwas falsch genommen, sodass er beim Reinkommen etwas langsam war. Er hat sich aber nicht geschüttelt.
Am Ende haben wir die E-Klasse mit 64Punkten bestanden. Loki hat alle Aufgabe souverän gemeistert und mich hat es gefreut, dass er immer am Dummy drangeblieben ist.
Im Anschluss haben wir uns entschlossen gleich mal in der L-Klasse mitzumachen, da man ja sowieso schon soweit gereist ist.
In der Mittagspause sind wir im Revier geblieben und haben die Hunde sich etwas erholen lassen. Nach der langen Mittagepause ging es dann auch schon weiter. Und wir waren gespannt wie das ausgeht. Loki war allerdings schon nicht mehr ganz so fit, aber wir haben uns trotzdem entschlossen es auszuprobieren.
Klasse L:
Aufgabe 1: Einweisen in die Freiverlorensuche aus der Line & Standtreiben
Es stehen ca. 30m vor dem Wald auf einer Wiese 2Teams. Am Waldrand steht ein Helfer. Im Wald sind 4 Dummys im hohen Gras ausgelegt in einem 20m*20m Gebiet. Der Helfer beginnt mit einem Standtreiben im Suchengebiet und bleibt dann nicht sichtig im Wald stehen. Es wurden keine Dummys während des Standtreibens geworfen. Die Hunde werden abwechselnd geschickt. Jeder Hund soll 2 Dummys herausholen.
Wir standen in ca. 1m Entfernung voneinander. Dann fängt der Helfer mit dem Standtreiben im Wald an. Loki fand es sehr interessant, blieb aber schön steady. Zuerst hat der andere Hund gearbeitet. Bevor der andere Hund geschickt wurde, habe ich Loki nochmal das Kommando „Sitz“ gegeben um einfach sicher zusein, dass er Sitzen bleibt. Es hat schön geklappt. Das erste Dummy hat er zügig gefunden. Beim zweiten Dummy musste der Herr erstmal kurz pieseln, bevor er es dann gefunden hat. Alles in allem ist die Aufgabe gut gelaufen für uns.
Aufgabe 2: Doppelmark im 90° Winkel
Man steht ca. 60m vom Werfer entfernt. Es fällt ein Schuss und ein Dummy wird nach rechts an den Waldrand geworfen. Gleich danach fällt ein zweiter Schuss und es fällt ein Dummy nach links in den Wald ins hohe Gras. Beide Dummys sollen geholt werden. Die Reihenfolge ist dabei egal.
Diesmal habe ich Loki erstmal auf das erstgeworfene Dummy geschickt, da es für mich einfacher erschien. Das 2te Dummy ist nämlich im Wald ins hohe Gras gefallen und lag auch sehr nah am alten Suchengebiet der ersten Aufgabe. Das erste Dummy fand Loki zügig und kam auch schnell wieder zurück. Beim 2en Mal habe ich Loki mit „Voran“ geschickt, leider habe ich mich bei der Fallstelle etwas verschätzt und den Loki geradeaus auf eine „Pipistelle“ geschickt, wo schon vorher ein paar Rüden gepieselt haben. Leider musste er hier schon wieder sein Geschäft erledigen, danach fand er das Dummy aber ziemlich zügig.
Aufgabe 3: Mark + Halfblind
Man steht ca. 25m vor dem Wald. In den Wald geht eine Schneise hinein. Im Wald etwas abseits der Schneise steht ein Helfer in ca. 35m Entfernung vom Waldrand. Er schießt und wirft sofort ein Dummy. Die Flugbahn ist nur teilweise sichtig, da die Bäume stören. Nachdem der Hund die Markierung gearbeitet hat und auf dem Rückweg ist, wird ein Dummy nachgelegt, welches auch geholt werden soll.
Bei dieser Aufgabe sah ich schon, dass Loki schon geistig kaum noch da war. Es war bis jetzt eine anstrengende Zeit für ihn mit wenig
Pausen dazwischen. Loki hat bei dieser Aufgabe schön markiert und blieb im Fallgebiet dran bis er es gefunden hat. Leider musste er bei dieser Aufgabe schon wieder pieseln..., was ich denke einfach ein Zeichen von Überforderung war, aber das Problem werden wir im Training nun mal angehen, da sowas garnicht geht. Als ich ihn auf das Halfblind nachgeschickt habe, ging er unsicher raus und hat mir erstmal nicht vertraut, also habe ich ihn kurz vorm Waldeingang abgestoppt und „Back“ geschickt. Das war in dieser Situation die richtige Entscheidung gewesen, den nachdem ich ihn „Back“ geschickt habe, ging er schnell raus und fand das Dummy schnell. Leider musste er auf dem Rückweg sein großes Geschäft erledigen, obwohl er in der Mittagspause es schon erledigt hat. Aber ich glaube, das lag an dem ganzen Gras, welches er den ganzen Tag über gefressen hat. Jetzt werde ichs ihm nicht mehr erlauben, Gras in den Pausen zu essen. Ansonsten hat er die Aufgabe gut gelöst, wenn man bedenkt, dass er schon den ganzen Tag arbeitet.
Aufgabe 4: Doppelmark am Wasser
Man steht am Ufer von einem See. Es fallen 2 Schuss mit 2 Markierungen ins Wasser. Die Dummys schwimmen in ca. 5m Entfernung nebeneinander her. Man soll ansagen, welches Dummy zuerst geholt werden soll. Wenn der Hund das falsche Dummy holt gibt es 2 Punkte Abzug. Beide Dummys sollen geholt werden. Der Wassereinstieg ist nicht leicht, da es sofort tief wird.
Eigentlich dachte ich wir habens geschafft, aber es kommt ja bekanntlich immer anders, als man denkt. Wir standen 1m vor dem Ufer.
Dann wirft der Schütze nach 2 Schüssen 2 Dummys ins Wasser, die recht nah beieinander gelandet sind. Danach habe ich dem Richter gesagt, dass Loki das linke Dummy zuerst holen wird, da er eigentlich dadrauf voll konzentriert war. Zuerst sah es auch gut aus, er ging ohne Probleme in den See, trotz des schweren Einsteigs. Auf dem Weg zu den Dummys hat er lange gezögert, welches er nun holen soll. Am Ende hat er zuerst das rechte Dummy geholt. Das war aber kein Beinbruch, gab es halt am Ende 2 Punkte weniger. Nun dachte ich mir nichts mehr dabei, als ich ihn dann auf das zweite Dummy geschickt habe, aber da hatte Loki wohl etwas anderes im Sinn. Er ging zuerst an die Uferkante und wollte reinhüpfen, leider hat er sich nicht überwinden können und ist entlang der Uferkante gerändelt. Er hat mehrmals versucht in den See reinzuhüpfen. Ich habe ihm noch ein paar Mal das Kommando „Apport“ gegeben, was im Endeffekt die falsche Entscheidung war. Als der Richter dann meinte es ist vorbei, habe ich ihn abgepfiffen und was macht mein geliebter Loki? Er geht den direkten Weg zu mir zurück und hüpft in den See herein. Also hätte ich ihn dann doch lieber zu mir pfeifen sollen, als er den Versuch unternahm ins Wasser zu springen. Mich hat es trotzdem gefreut, dass er sich überwinden konnte und ins Wasser gehüpft ist.
Es ist zwar schade, dass wir nicht bestanden haben, aber Loki hat sich trotzdem sehr gut angestellt.
Die Pieselei gehe ich nun im Training verstärkt an. Was mich gefreut hat, dass die Basics bei Loki wirklich schon ganz gut sitzen und das Training der letzten Zeit Früchte getragen hat, denn Loki war noch vor ein paar Wochen nicht steady beim Schuss und ist mir oft eingesprungen. An diesem gesamten Tag hat er aber kein einziges Mal versucht einzuspringen. Auch die Tatsache, dass er sich „Handeln“ ließ, hat mich sehr gefreut, obwohl bei diesen Aufgabe eigentlich kein Handling nötig war. Ich habe an diesem WT viel gelernt und freue mich schon auf unsere nächsten WTs. Was ich allerdings schade fand, ist dass von den Richtern wenig Feedback kam, was man so besser machen kann. Das habe ich bei der Youngstar Trophy anders erlebt. Am Abend haben sich alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Abendessen getroffen und einen netten Abend zusammen verbracht.
Am nächsten Tag waren wir dann noch als Zuschauer dabei und haben die M-Klasse beobachtet. Es war ein tolles Wochenende. Nachdem wir heimgekommen sind, hat sich Loki auf seinen Platz hingelegt und ist sofort eingeschlafen. Er hat es wirklich genoßen Ruhe zu haben. Es war eine sehr schöne Erfahrung und vielleicht kommen wir nächstes Jahr wieder, es hat wirklich viel Spaß gemacht!


