Am Sonntag ging es wieder zum Workingtest. Diesmal habe ich mich um 5Uhr in der früh gefragt, was mich geritten hat so früh aufzustehen. Aber nachdem uns ein schöner Tag bevorstand, war ich schnell wach und so ging es dann ins fast 200km entfernte Backnang zum Rems-Murr-Cup. Etwas spät, aber immer noch rechtzeitig, sind wir dann im Prüfungsgelände angekommen und haben direkt schon ein paar bekannte Gesichter getroffen. Nach der kurzen Anmeldung stand es fest, wir hatten die Nummer 30. Nachdem sich dann alle im Prüfungsgelände eingefunden haben, haben die Richter kurz eine nette und beruhigende Ansprache gehalten und uns in 3 Gruppen eingeteilt. Wir waren in der dritten Gruppe, die mit der 3en Aufgabe bei Sebastian Hochreiter angefangen hat.
Aufgabe 3: Wassermark bei Sebastian Hochreiter
Man steht ca. 30m vor der Wasserkante entfernt. Ein Dummy fällt mit einem „Brrr“ in den See. Danach dreht man sich um und walkt erstmal 10m. Dann setzt man den Hund ab und geht weitere 10m weiter den Hang rauf. Nach Freigabe vom Richter, soll der Hund „Back“ geschickt werden.
Los ging es mit der Wasseraufgabe. Hier war meine einzige Sorge, dass Loki vielleicht einspringen könnte, denn das Wasser macht die Retriever ja bekanntlich verrückt. So gingen wir zum Richter und nach einer kurzen Aufgabenerklärung ging es los. Nachdem das Dummy geschmissen wurde, habe ich mich umgedreht und Loki ging zwischen mir und dem Richter bei Fuss. Dann wurde er abgesetzt und wir gingen dann 10m weiter. Als ich mich umgedreht habe, war Loki schon sehr angespannt und nach einer kurzen Wartezeit durfte ich ihn dann mit "Voran" - unser "Back" Kommando - auf das Dummy schicken. Er ging schnell zum Seeufer, allerdings ging er nicht an der leichten Stelle rein, sondern 1-2 Meter weiter seitlich ins Wasser. Aus seiner Startposition ging er wirklich eine gerade Linie nach hinten. Der Wassereinstieg bereitete ihm keine Probleme und so kam er schnell zu mir mit dem Dummy und ist eingeparkt. Nach der Abgabe durfte er sich dann auch endlich schütteln. Dafür gab es 18 Punkte, was daran lag, dass er nicht an der gewünschten Stelle ins Wasser ging. Ansonsten hat der Richter den Loki für die tolle Arbeit gelobt.
Aufgabe1: Einzelmark bei Martin Kuse
Man steht im Wald. Vor einem ist ein Baumstamm mit einem ca. 1m hohem Ast. In 65m Entfernung stehen Helfer auf einer Wiese und geben einen Schuss ab. Dabei werfen sie das Dummy nach vorne, sodass die endgültige Entfernung 40m beträgt. Das Dummy landet nah hinter dem hohen Gras, welches rechts auf der Wiese ist. Der letzte Teil der Flugbahn ist für den Hund nicht zu sehen. Das Mark soll geholt werden.
Danach ging es weiter zur nächsten Aufgabe. Hier fand ich schön, dass wir erstmal einen etwas weiten Weg zu dieser Aufgabe hatten, sodass ich Loki erstmal etwas frei laufen lassen konnte. Bei der Aufgabe angekommen, ging es auch schon nach einer kurzen Wartezeit los. Nach einer kurzen, aber ausführlichen, Aufgabenbeschreibung konnten wir loslegen. Nachdem Loki die Markierung gesehen hat, habe ich ihn geschickt. Er sprang über den Baum, der vor uns lag und ging zur Markierung. Er war auch schon im Fallgebiet angekommen, hat aber keine Witterung vom nassen Dummy bekommen und lief weiter in Richtung der Helfer, sodass ich ihn erstmal etwas zurückholen musste und den Suchenpfiff gegeben habe, als er in der Nähe der Fallstelle war. Nach einer kleinen Suche, hat er es dann gefunden und kam zügig wieder zu mir zurück, diesmal ist er um den Baum drumrumgelaufen. Für diese Aufgabe haben wir 17 Punkte bekommen.
Aufgabe 2: Doppelmark, Appell bei Monika Schönbach
Man steht auf einer Wiese. Man walkt ca. 20m, dann ertönt ein Entenlocker?! und rechts vom Team fällt ein Dummy sichtig vor dem Waldrand in einen kleinen Bachlauf. Danach walkt man wieder 5m und ein beschossene Markierung fällt in hohes Gras (15mx15m) in ca. 50m Entfernung. Zuerst muss die beschossene Markierung geholt werden, danach das zweite Dummy.
Nun ging es wieder eine längere Strecke zu unserer dritten Aufgabe, da diese neben der dritten Aufgabe lag. Bei dieser Aufgabe hat es sich etwas gestaut und so mussten wir erstmal ca. 1,5 Stunden warten, bis wir drangekommen sind. In dieser Zeit hat Loki den Waldarbeiter gespielt und die Stöckchen aufm Waldboden zu Kleinholz verarbeitet. Nachdem ich Loki etwas aufgewärmt habe, ging es dann los mit dieser Aufgabe. Loki hat beide Markierungen aufmerksam beobachtet. Und nach den kleinen Walk Ups, habe ich ihn auf die weit entfernte Markierung geschickt. Er ging schnell raus und lief eine schöne Ideallinie zum Dummy, allerdings hat er in dem hohen Bewuchs das Dummy überlaufen und ich musste ihn etwas zurückholen und mitm Suchenpfiff nachhelfen. Nachdem er es gefunden hat und bei mir abgeliefert hat, habe ich ihn auf die erstgeworfene Markierung geschickt. Diese hat er auf den Punkt genau gearbeitet und dafür gab es Lob von der Richterin. Hier haben wir wieder 17 Punkte bekommen und ich war super froh, dass Loki die Aufgabe so souverän gelöst hat, weil viele Hunde bei dieser Aufgabe Probleme gezeigt haben, vorallem mit der kurzen Markierung.
Aufgabe 6: Markierung und Halfblind bei Sebastian Hochreiter
Man steht wie bei Aufgabe 3 neben auf dem Hang. Diesmal wirft der Werfer das Dummy nicht in den See, sondern in eine Art Senke(mir fällt nicht das richtige Wort dafür ein) nach vorne von sich aus. Nach Freigabe schickt man den Hund. Danach wird in das Gebiet ein Dummy nachgelegt. Die Entfernung beträgt ca. 40m.
Nachdem wir dann die letzte Aufgabe erledigt haben, bin ich sofort zur nächsten gegangen, da der Richter gerade frei war und Zeit hatte uns zu prüfen. Nachdem wir verstanden haben, worum es sich hier handelt. Ging es auch schon los. Die Markierung fiel und ich durfte Loki nach einer kurzen Wartezeit schicken. Loki lief direkt auf die Markierung zu und nach einer kurzen Suche im Fallgebiet fand er das Dummy und kam damit sofort zu mir zurück. Auf dem Rückweg wurde ein zweites Dummy in dieses Gebiet nachgelegt und auf dieses sollte natürlich auch geholt werden. Hier kam mal wieder unsere kleine Baustelle. Loki ging erst beim zweiten "Voran" Kommando raus, aber er ging schön schnell raus und fand das Dummy auch sofort. Für diese Aufgaben haben wir 17 Punkte bekommen. Der Richter hat Loki für die tolle Arbeit gelobt.
Aufgabe 4: Standtreiben mit Suche bei Martin Kuse
Man steht im Wald am oberen Ende von einem Hang. Unten in der Mulde findet ein kleines Standtreiben statt und es wird ein Schuss abgegeben. Nachdem Standtreiben sagt Martin Kuse, dass auf der anderen Hangseite hinter dem Standtreiben ein (oder mehrere) Dummys liegen. Der Hund soll über das Standtreiben drüber und ein Dummy holen. Die Entfernung war höchstens 30m. Hier war das Gelände in dem das Dummy lag schwierig.
Nun ging es nach einer kurzen Stärkung für Loki weiter zur nächsten Aufgabe. In der Zwischenzeit durfte Loki noch seine Geschäfte erledigen, denn nach soviel Gras- und Holzessen musste hinten auch was raus. Hier mussten wir nicht lange warten und schon ging es zur Aufgabe. Wir standen dann im Wald und das Treiben fand statt. Loki saß schön neben mir und war steady. Nach der Freigabe durch den Richter, durfte ich dann Loki endlich schicken. Ich habe ihn mittig zum Treiben ausgerichtet und ihn "Voran" geschickt. Er lief den Hang runter und hat natürlich kurz nen Blick auf das Gelände geworfen, wo das Treiben stattfand. Dann ging er ins Gebiet, in dem die Dummy lagen, fand aber erstmal keine und ging weiter Richtung Helfer, da habe ich eingegriffen und ihn kurz hergepfiffen, um ihn "Back" zu schicken. Er ging dann wieder ins Suchengebiet und nachdem ich ihm noch mit dem Suchenpfiff nachgeholfen habe, fand er das Dummy und kam zurück. Dafür haben wir 15 Punkte bekommen. Ich war aufjedenfall froh, dass er das Dummy gefunden hat.
Aufgabe 5: Freiverlorensuche bei Monika Schönbach
Man steht auf einer Wiese 10m vor einem kleinen Wäldchen am Hang. Ein Helfer steht hinten im Suchengebiet und gibt einen Schuss ab. Dann geht der Helfer aus dem Suchengebiet. Jetzt soll der Hund 2 von 6 Dummys aus dem Suchengebiet(30m*30m) holen. Der Hund sollte nach Möglichkeit das Suchengebiet nicht verlassen.
Jetzt ging es zur unserer letzten Aufgabe. Hier durften wir auch nach einer recht kurzen Wartezeit wieder ran. Nachdem ich Loki wieder bissel eingestimmt habe, gingen wir dann zur Aufgabe und uns wurde erklärt, was zutun war. Ich habe Loki gleich drauf konzentrieren lassen und mit "Lost" in die Freiverlorensuche geschickt, da wir ja fast am Waldrand standen und es für ihn klar war, dass davor nichts lag. Er ging ins Suchengebiet und fand das erste Dummy recht zügig. Ich habe ihn dann gleich wieder reingeschickt. Er hat gesucht, lief dann aber ans Rand vom Suchengebiet und ich hab ihn kurz zurückgeholt und ihm wieder im Suchengebiet das Kommando zum Suchen gegeben, da fand er dann auch schon das zweite Dummy. Der Kommentar von der Richterin "Sehr schön gemacht, aber vertrau deinem Hund! Du hättest ihn nicht zurückholen müssen, er war sowieso schon dabei sich umzudrehen". Hier haben wir 17 Punkte bekommen.
Ich konnte es immer noch nicht glauben, dass Loki diesen Tag so souverän gemeistert hat, da wir seit 5Uhr in der früh bis ca. halb 4 auf den Beinen und beim Arbeiten waren. Ich habe bemerkt, dass Loki mit der Zeit lernt abzuschalten zwischen den Aufgaben und das hat mich sehr gefreut. Nachdem wir nun mit allen Aufgaben fertig waren und wir unser persönliches Ziel erreicht haben und zwar durchzukommen, habe ich mir Loki geschnappt und bin mit ihm eine große Runde gelaufen, damit er bissel den Dampf rauslässt. Danach ging es auch schon ins Suchenlokal, wo ich dann auf die Siegerehrung gewartet habe, derweil habe ich Loki im Auto gelassen. Nach einer netten Gesprächsrunde kam plötzlich der Aufruf, dass ein Stechen stattfindet und dabei habe ich unsere Nummer 30 gehört. Etwas durcheinander habe ich Loki aus dem Auto geholt und ihn sich lösen lassen. Dann ging es bei Regen zu unserem Stechen.
Stechen 1: Einzelmark
Markierung ca. 90m auf einer leicht abfallenden Wiese, sodass die Flugbahn zwar schön sichtig ist, aber die Fallstelle nicht.
Nachdem langen Tag habe ich bei Loki eigentlich nicht mehr viel erwartet. Aber probieren konnte man es ja. Es waren 3 Gespanne zum Stechen angetretten. Alle gingen einzeln zur Aufgabe. Als wir dann dran waren, als zweites Gespann, wurde das Mark mit Ententröte geworfen und ich habe Loki dadrauf geschickt. Nachdem er super schnell rausging und die Ideallinie zum Mark lief, dachte ich es wäre geritzt und hatte ihn schon aufm Rückweg mit dem Dummy im Mund vor den Augen. Aber leider meinte Loki mich eines besseren zu belehren, denn ca. 5m vor dem Dummy hat der kleine Stinker einen Stopp eingelegt und stand mit der Nase nach unten, bestimmt 5-10s dran. Was er da gemacht hat, weiß ich nicht, naja und dann war er irgendwie aus dem Konzept und hat sich ein paar Handlingversuche meinerseits über sich ergehen lassen. Nachdem der Werfer schon aufm Weg zum Dummy war, hat er es dann doch noch gefunden und kam zurück zu mir.
Stechen 2: Einzelmark
Markierung in ca. 60m Entfernung auf derselben Wiese, nur wurde die etwas weiter rechts von der Ideallinie der ersten geworfen Markierung.
Da auch ein anderer Hund leider ein Problem hatte, das Dummy zu finden, ging es nun zum Stechen um Platz 3. Hier gab es wieder das Mark und ich habe Loki einfach mal draufgeschickt. Er lief wieder schön gerade zum Dummy überlief es um 1m und nach einer Vollbremsung hatte er es schon gehabt. Ich habe derweil nur noch gestaunt... . Der Kommentar von Sebastian Hochreiter "Klatscht man in Deutschland nicht nach so einer Arbeit?". Ich habe mich so gefreut über Loki und wie toll er es gemeistert hat.
So ging es dann wieder zurück ins Suchenlokal und nach einiger Zeit ging es dann zur Siegerehrung.
Es war wirklich ein toller Workingtest und wir haben viele nette Menschen kennengelernt. Die Stimmung war schön. Und wir mussten doch tatsächlich 200km weit fahren, um eine weitere Retrieverführerin aus Augsburg kennenzulernen.
Loki hat diesen Tag super schön gemeistert und ich konnte wirklich nur staunen, dass er den ganzen Tag so toll mitgemacht hat, denn es ist sicherlich nicht leicht für ihn gewesen, sich immer voll auf die Aufgaben zu konzentrieren. Aber wir haben trotzdem viel Spaß gehabt und freuen uns nun auf die bald kommende workingtestfreie Zeit.


